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Der Skribent - Aktuelles aus Pappenheim

Montag
24.Apr 2017
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Städtebauförderung und Zinsmeisterhaus - Betrachtungen eines Lesers PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Stefan Eberle   
Dienstag, 3. April 2007

Zwei denkmalgeschützte Häuser stehe derzeit in der öffentlichen Diskussion unserer Stadt. Wieserhaus und /oder Zinsmeisterhaus? Zu diesem Thema hat das Weißenburger Tagblatt in seiner Wochenendausgabe einen Leserbrief von Stefan Eberle abgedruckt, der auch hier mit freundlicher Zustimmung des Autoren veröffentlicht wird.


Zum Artikel und Kommentar zur Sanierung des ehem. Zinsmeister-Hauses in Pappenheim stellen sich einem als Bürger schon etliche Fragen.

Nachdem in Pappenheim seit Jahren auf Grund der von Kämmerer und Bürgermeister per-manent attestierten Finanznot ein eiserner Sparkurs gefahren wurde, der neben einer angeb-lich unumgänglichen Erhöhung der Grund- und Gewerbesteuern für alle Bürger auch so weit ging, dass nachts die Lichter abgeschaltet werden, und auch keine Gelder mehr für die Schulbusaufsichten der Grundschüler vorhanden waren, scheint nun in Pappenheim gerade-zu der Wohlstand auszubrechen.
Die Pappenheimer Bürger werden aber vergebens darauf warten, dass nun auch die hohen Grund- und Gewerbesteuern wieder reduziert werden, bzw. dringend anstehende Sanierun-gen von Straßen oder eine längst notwendige Modernisierung des öffentlichen Freibades durchgeführt werden.

Nein, diese Mittel sollen in ein rein privates Prestige-Projekt eines kleinen Pappenheimer Vereines fließen.

Auch dass das lange Zeit eingestellte Städtebauförderungsprogramm urplötzlich reaktiviert wurde und das erste Projekt in einer noch nie da gewesenen Höhe zufällig dem Verein zu Gute kommt, bei dem der Kämmerer 2. Vorsitzender ist, wirkt dubios.
So wird offiziell bisher zwar immer von 240.000 € aus Mitteln des Pappenheimer Stadtsäckels gesprochen, die 80.000 €, die die Sparkassenstiftung zusätzlich beisteuern möchte, werden in dieser Debatte gern unterschlagen; schließlich könnte aber auch diese Summe einem anderen, städtischen denkmalgeschützten Sanierungsprojekt zu Gute kommen.
Sicher gäbe es keine Wellen der Entrüstung, würde das Vorhaben in einem hier üblichen Rahmen von ca. 30.000 € seitens der Stadt Pappenheim gefördert werden, schließlich ist der Erhalt dieses Gebäudes grundsätzlich wünschenswert.

Wer sich sein Vereinsgebäude aber mit 1.6 Mio. € (ohne zu erwartende Kostenmehrung) vergolden lassen möchte, der sollte dies dann aber doch bitte auch selbst finanzieren und nicht die Kosten, die sein kärgliches Privatbudget übersteigen, den Pappenheimer Steuerzah-lern aufbürden.

Dass der 2. Vorsitzende des Vereins von dem Projekt begeistert ist, versteht sich von selbst, ist an und für sich auch legitim, ob hier jedoch nicht ein gewisser Interessenskonflikt mit seinem Amt als Pappenheimer Stadtkämmerer besteht, scheint mehr als fraglich.

Weit mehr Objektivität darf man in dieser Angelegenheit hoffentlich von unseren gewählten Volksvertretern erwarten, die schließlich die Mehrheit der Pappenheimer Bürger vertreten.

Zum Thema „Sanierung des Zinsmeisterhauses“ erhält man bei entsprechender Nachfrage in der Bevölkerung aller Orten bestenfalls ein Kopfschütteln.

Ob nun der Ankauf des ehem. „Wieser-Hauses“ am Marktplatz durch die Stadt grundsätzlich sinnvoll ist, kann diskutiert werden.
Müsste man sich aber tatsächlich zwischen beiden Projekten für eines entscheiden, dürfte die Antwort recht klar ausfallen.

Stellen Sie sich doch einmal selbst vor, Sie hätten eine bestimmte Summe zur Verfügung, und könnten nun entscheiden, ob sie diese entweder an einen kleinen Verein verschenken, damit dieser ein fragwürdiges Projekt finanzieren kann, auf das Sie künftig keinerlei Einfluss mehr haben, oder erwerben Sie lieber selbst ein strategisch wichtiges Anwesen, sanieren dieses und behalten sowohl die hieraus resultierenden Einnahmen, als auch die Eigentümer-rechte für sich selbst ?

Wie auch immer sich der Stadtrat entscheiden wird, die Glaubwürdigkeit des Gremiums in Sachen Sparzwang ist bei dieser Diskussion bei vielen Bürgern verloren gegangen. Man wird künftig hier kaum mehr mit Verständnis für Sparmaßnahmen rechnen können, und auch Fol-geanträge von bedeutenderen Pappenheimer Vereinen auf finanzielle Unterstützung werden die logische Folge sein.

 
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