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Der Skribent - Aktuelles aus Pappenheim

Freitag
15.Dez 2017
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Radermacher begeisterte Besucher im EHP PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Pappenheimer Skribent   
Sonntag, 2. Juni 2013

ImageZur letzten Veranstaltung der Reihe “Europa quergedacht” war der Saal des Europäischen Hauses Pappenheim (EHP) wieder voll besetzt. Zu Gast war Prof. Dr. Dr. Franz Josef Radermacher, Mitglied im elitären Club of Rome, Berater von Bundes- und Landesregierungen und einer der geistigen Väter der Ökosozialen Marktwirtschaft.
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Die Ökosoziale Marktwirtschaft ist eine Weiterentwicklung der Sozialen Marktwirtschaft, die ökonomische und ökologische Ziele in Einklang bringen will, indem sie Umweltschutz mit marktwirtschaftlichen Mitteln durchzusetzen versucht. Bereits bei Betreten des Saals erhielten die Besucher zur Einstimmung ein von Radermacher erstelltes Blatt “Was kann jeder Einzelne tun? 30 Anregungen”. Der Abend begann auf neue Weise. Zunächst wurde nämlich in Anlehnung an das Prinzip “Lernen durch Lehren (LdL)” die Ökosoziale Marktwirtschaft von Besuchern zusammengefasst, die auch am vorbereitenden Seminar zu dieser Veranstaltung teilgenommen hatten. Sie formulierten außerdem einige Fragen an den Referenten, die sie im Rahmen des Seminars erarbeitet hatten. Ergänzt wurde dies durch EHP-Leiter Prof. Dr. Joachim Grzega, der das Vorbereitungsseminar durchgeführt hatte und an diesem Abend als Moderator fungierte. Danach ergriff der Stargast des Abends das Wort.
Auf anspruchsvolle, aber auch verständliche und humorvolle Weise beschrieb Prof. Radermacher seine Arbeit und seine Ideen für die Zukunft der Welt. Dabei ging er auch auf die eingangs gestellten Fragen und Kommentare ein und regte mit eigenen Fragen zum Nachdenken an. “Würden Sie lieber heute oder vor 50 Jahren leben wollen?” Dass die meisten lieber heute leben wollten, zeige, dass das System der Marktwirtschaft prinzipiell viel Gutes hervorgebracht habe. Es sei daher gemäß Radermacher dieses System nicht zu ersetzen, sondern weiterzuentwickeln, um damit entstandene Probleme einzudämmen, ohne dass durch einen Bumerang-Effekt viele neue ImageProbleme entstünden. Insbesondere bemängelte er, dass mit der wirtschaftlichen Globalisierung keine politische Globalisierung einhergegangen sei. Selbst insgesamt reiche Staaten seien von einer Art Brasilianisierung bedroht: einer kleine Schicht von Reichen steht eine Masse an wenig verdienenden Armen gegenüber. Es fehle eine Weltdemokratie, bei der jeder Mensch durch je 1 Stimme repräsentiert sei. Radermacher verwies darauf, dass dies jedoch natürlich bedeute, dass Europäer dann in der Minderheit seien und das Rufen nach weltdemokratischen Entscheidungen oft kleiner werde, wenn diese nicht europäische Ergebnisse brächten – bei Politikern wie bei Bürgern. Radermacher sagte ferner, dass viele von Staaten unterschriebene Absichtserklärungen wie die UN-Millenniumsziele oft bloße Worte blieben, aber dass nicht-staatliche Aktionsgruppen sich wenigstens auf sie berufen könnten.
Radermacher zeigte sich insgesamt pessimistisch und hielt es für unwahrscheinlich, dass die UN-Millenniumsziele und eine echte ökosoziale Veränderung des Wirtschaftssystems erreicht würden. Unwahrscheinlich hieße jedoch nicht, dass es nicht Hoffnung gebe. Auch der Normalbürger und Kommunalpolitiker könnten hier beitragen. Er betonte, wie wichtig es dazu sei, sich des Zusammenhangs zwischen Sprache und Denken bewusst zu werden, und verwies dabei auch auf die Arbeiten von EHP-Leiter Grzega. Ein Umdenken setze viel leichter ein, wenn sprachliche Bilder nicht einfach verneint, sondern neue gebildet werden. Die kostengünstigste Bildungsmaßnahme dazu sei, viel Unterschiedliches zu lesen.
Abschließend dankte Grzega dem Mathematiker und Ökonomen Franz Josef Radermacher und verwies auf dessen Buch “Welt mit Zukunft”, das von der Global-Marshall-Plan-Initiative herausgegeben wird und an diesem Abend zum Verkauf angeboten wurde. Einige Besucher blieben noch eine ganze Weile im EHP, um die Ideen zu diskutieren.
 
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