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Der Skribent - Aktuelles aus Pappenheim

Dienstag
25.Apr 2017
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Flassbeck emotionalisierte EHP-Publikum PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von EHP-Team Pappenheim   
Samstag, 27. April 2013

ImageDas Europäische Haus Pappenheim (EHP) präsentierte letzten Freitag seinen ersten Prominenten-Redner der Reihe “Europa quergedacht”: Prof. Dr. Heiner Flassbeck, ehemals Staatssekretär im Bundesfinanzministerium und Chef-Volkswirt der UN-Organisation für Welthandel und Entwicklung. Quergedanken können bereits entstehen, wenn man grundlegende Dinge einfach mal wieder logisch durchdenkt – so führte EHP-Leiter Prof. Dr. Joachim Grzega den Redner ein.
Und in der Tat legte Heiner Flassbeck erst einmal anhand anschaulicher Grafiken dar, dass eine volkswirtschaftliche Sichtweise nicht mit der eines Einzelunternehmens oder Einzelhaushaltes verglichen werden kann. Volkswirtschaftlich seien Schulden kein Übel, sondern das notwendige Mittel zu Investitionen. Investitionen wiederum seien der Kern der Zukunftssicherung. Ohne Investitionen und ohne Nachfrage werden Ersparnisse wertlos.
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Prof. Dr. Heiner Flassbeck im Gespräch mit dem EHP-Publikum. Foto:EHP-Team
Flassbeck kritisierte heftig, dass die derzeitige deutsche Wirtschaftspolitik fast ausschließlich auf Gewinne aus Exporten baue. Da volkswirtschaftlich die Höhe von Gewinnen auf der einen Seite immer einer gleichen Höhe an Verlusten auf der anderen Seite gegenüber steht, habe Deutschland seine südlichen EU-Partner tief in die Verschuldung getrieben. Diese Situation wurde dadurch geschaffen, dass Deutschland mehr als die gescholtenen Südländer das für die Währungsunion vereinbarte Inflationsziel von knapp 2 Prozent missachtet habe, etwa durch nicht-vereinbartes Lohndrücken. Wenn Deutschland auch noch verlange, die Südländer sollen sparen und auf mehr als die Hälfte ihrer Löhne verzichten, gingen die eigentlichen Kunden Deutschlands zu Grunde. Als Folge müsste Deutschland sein Geld verschenken, damit die Kunden weiterhin deutsche Produkte kaufen könnten. Aufgrund fehlender Investitionen für die Zukunft würde das System aber dennoch kurz darauf zusammenbrechen. Flassbeck stellte den meisten Wirtschaftspolitikern ein schlechtes Zeugnis aus. Er sah zwei Alternativen. Die eine sei, dass Deutschland schnellstmöglich die Binnennachfrage ankurbelt und seinen EU-Partnern ermöglicht, Gewinne in Deutschland zu machen. Dazu müsste der Staat  investieren oder Privathaushalte und Unternehmen durch Maßnahmen wie Lohnsteigerung und Gewinnbesteuerung zu Investitionen bewegen. Die andere Alternative sei ein geordneter Ausstieg mancher Länder aus dem Euro, um ihnen die Abwertung ihrer Währung wieder zu ermöglichen.
Das Thema emotionalisierte und das Publikum im gut besuchten EHP wollte rasch in den Dialog eintreten, was Flassbeck auch ermöglichte. Kritischen Anmerkungen trat er immer wieder mit Grafiken entgegen, die aufzeigten, wo es echte volkswirtschaftliche Probleme und wo es nur Schein-Probleme gibt. Besonders betonte er den Verknüpfung zwischen Inflationsrate und den sogenannten Lohnstückkosten, also dem Verhältnis zwischen Löhnen und Produktivität. Gefragt, wie sich denn Kommunalpolitiker verhalten sollten, meinte Flassbeck, dass schon viel gewonnen wäre, wenn diese rasch die Verschiedenartigkeit von Einzel- und Volkswirtschaft verstünden und dieses Verständnis ihren übergeordneten Gremien vermittelten. Grzega schloss den Abend mit dem Hinweis, dass diese Zusammenhänge immer wieder durch Grafiken vor Augen geführt und eine geeignete Sprache gewählt werden sollte, wozu auch das EHP beitragen wolle. Das Publikum dankte Heiner Flassbeck mit viel Applaus, schmökerte im Anschluss noch ein wenig in seinen ausgestellten Werken und notierte sich die Adresse seiner Internet-Plattform: www.flassbeck-economics.de.

Kontakt:
Prof. Dr. Joachim Grzega, Europäisches Haus Pappenheim (EHP), Stadt Pappenheim, Marktplatz 1, 91788 Pappenheim,
http://www.ehp-online.eu, Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam-Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können , EHP +49 / 9143 / 606-60, mobil +49 / (0)170 / 6683324
 
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