Passwort vergessen?
  • Narrow screen resolution
  • Wide screen resolution
  • Auto width resolution
  • Increase font size
  • Decrease font size
  • Default font size
Einstellungen

Der Skribent - Aktuelles aus Pappenheim

Freitag
26.Mai 2017
Startseite arrow Gesellschaft & Kultur arrow Europäisches Haus Pappenheim arrow Neues Sprachlehrkonzept im EHP erfolgreich
Neues Sprachlehrkonzept im EHP erfolgreich PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Pappenheimer Skribent   
Freitag, 1. März 2013

Image Der Leiter des Europäischen Hauses Pappenheim (EHP), Prof. Dr. Joachim Grzega, hat in den vergangenen Monaten verschiedene Ergebnisse seiner eigenen Studien und denen anderer Sprachlehrforscher zusammengetragen und ein neues Konzept zur Vermittlung von Fremdsprachen in der Erwachsenenbildung erstellt.
Dieses ist nun zum ersten Mal im EHP unter dem Titel SprachFitnessStudio an einer Lernergruppe in einem ganztägigen Intensiv-Seminar erprobt worden. Der Name ergibt sich aus dem Vergleich der sprachlichen Übungstypen mit sportlichen Trainingseinheiten. Bei Grzegas Konzept kommt im Gegensatz zur derzeit herrschenden Lehrmeinung, nach welcher der Unterricht rein in der Fremdsprache ablaufen soll, die Muttersprache ganz bewusst zum Einsatz. Die Muttersprache soll aber so genutzt werden, dass sie der “Freund des Fremdsprachenlerners” ist, wie Grzega sagt, dass sie also schneller zu Fremdsprachenkompetenzen führt. Dies sieht so aus, dass neue Wörter und Sprachstrukturen sofort in Sätze eingebettet werden.

Image

Foto: EHP-Team / Die Teilnehmer am EHP-SprachFitnessStudio bitten in der Fremdsprache um fehlende Teile ihres Mittagsgedecks.

Die Lerner müssen dabei zunächst einfache, später immer komplexere Sätze recht spontan vom Deutschen in die Fremdsprache übersetzen. Dabei wird eine Zeitlang Neues mit Altem verknüpft, bis wieder eine reine Wiederholungsphase eingeschoben wird. Zum Teil müssen die Teilnehmer gemäß dem didaktischen Modell Lernen durch Lehren selbst neue Wörter vermitteln. Damit neue Wörter besser erinnert werden können, werden den Lernern gleich Eselsbrücken mit angeboten. Ein Beispiel: Die Lerner beherrschen bereits die Wendung “Ici manque ...” für “Hier fehlt ...”. Dann fährt der Dozent wie folgt fort: “... ‘Ein Teller’ heißt ‘une assiette’. Eselsbrücke: Der Teller ist ‘An der Seite der ServIETTE’. Also: ‘une ASS-IETTE’. Was heißt dann ‘Hier fehlt eine Serviette’?”. Der zweite Übungstyp ist der Austausch von kurzen Frage-Antwort-Spielen, die dann rein in der Fremdsprache ablaufen, zum Beispiel das Fragen nach dem Namen, dem Beruf, dem Wohnort, der Telefonnummer, dem Geburtstag und dem Alter. Des Weiteren brachte jeder Teilnehmer ein Foto mit, mit dem er in der Fremdsprache seine Familie vorstellte. Zum Mittagessen musste jeder Teilnehmer sagen, welcher Gegenstand bei seinem Gedeck fehlte. Grzega gab darüber hinaus einige Informationen zum Verhalten beim Mittagessen in Frankreich und Belgien. Nach dem Mittagessen konnte man auf der Empore des EHP entspannen, im Gruppenraum ein Lied oder ein Video auf französisch ansehen und in der Bibliothek Sprachrätsel lösen oder durch ein französisches Asterix-Heft blättern. Bei der Durchführung erhielt das EHP ferner Unterstützung von Ludwig Schütz und Marianne Pappler vom Europäischen Städtepartnerschaftsverein. Diese Zusammenarbeit soll auch vertieft werden. ImageDer ganze Tag wurde darüber hinaus zur späteren wissenschaftlichen Analyse aufgezeichnet. Wenngleich Grzega noch Verbesserungsbedarf im Detail sieht, ist seine erste Einschätzung, dass sehr viele Teilnehmer am Ende des Tages eine ganze Menge an Sprachkenntnissen erworben hatten. Auch die Teilnehmerrunde selbst gab zu verstehen, dass sie gern eine Fortsetzung wünschte. Die Mund-zu-Mund-Propaganda hat ferner bewirkt, dass in den darauf folgenden Tagen Anmeldungen für das Italienisch-SprachFitnessStudio am 23. März eintrudelten. Für das zweite Quartal sind außerdem entsprechende Veranstaltungen in Spanisch, Ungarisch, Schwedisch und Russisch geplant.
 
< zurück   weiter >
Advertisement