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Der Skribent - Aktuelles aus Pappenheim

Samstag
25.Mr 2017
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Lebhafte Diskussion zum Thema Wirtshaussterben PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Pappenheimer Skribent   
Dienstag, 11. März 2014

ImageZusammen mit dem Deutschen Hotel- und Gaststättenverband hatte das Europäische Haus Pappenheim (EHP) die Idee entwickelt, das Thema “Wirtshaussterben” mit europäischem Blick zu diskutieren. Europa-Abgeordnete Kerstin Westphal hatte sich zu einer Diskussion bereit erklärt, konnte aber wegen einer Autopanne nicht zur Veranstaltung kommen.

EHP-Leiter Prof. Dr. Joachim Grzega stellte daher in Windeseile selbst eine Präsentation aus den ihm zugänglichen Informationen zusammen. Wichtig sei zunächst, dass man sich über die Begriffe bewusst sein müsse. Es gebe unterschiedliche Kategorien von Gastronomiebetrieben. Das heiße, dass das Schwinden eines rein getränkeorientierten Betriebes nicht automatisch bedeute, dass ein Gastronomiebetrieb gänzlich geschlossen habe. Er könne auch in eine andere Kategorie gerutscht sein.
ImageIn diesem Zusammenhang fasste er eine Studie der Universität Eichstätt-Ingolstadt zusammen, die Prof. Dr. Hans Hopfinger gemeinsam mit Florian Kohnle und Dr. Tim Wätzold durchgeführt hatte. Die Studie zeigt, dass die Zahl der Orte, die weder getränke- noch speiseorientierte Gastronomie hätten, verhältnismäßig gering bliebe. In der Kategorie der rein getränkeorientierten Betriebe gäbe es jedoch einen deutlichen Schwund. Dass sich auch die Gastronomie-Dichte innerhalb eines Ortes ändern könne, verdeutlichte Grzega anhand von Pappenheims Partnerstadt Coussac-Bonneval. Neben persönlichen Gründen lägen die Ursachen der Problematik in der Gesetzgebung, aber auch im veränderten Konsumverhalten. Grzega zitierte Lösungsvorschläge aus der Eichstätter Studie, einer baden-württembergischen Studie, einer britischen Reportage zum Aufkommen von Themen-Pubs und dem spanischen Kurzfilm, in dem der quadratische Teller als Symbol für die gewachsene Bedeutung der Ausstattung genannt wird. Es entwickelte sich eine lebhafte Diskussion zwischen den anwesenden Gastronomen, Tourismus-Experten, Kommunalpolitikern und Gastronomie-Kunden. Als wichtige Idee für die Gastronomie-Betriebe kristallisierte sich dabei heraus, dass man auch mit wenig Mitteln ein regionales Angebot haben könne, bei dem verschiedene Zielgruppen Wahlmöglichkeiten hätten. Dabei seien Kunden mit Lebensmittelunverträglichkeiten sowie die größer werdende Zahl der Vegetarier zu berücksichtigen. Ein Teilnehmer erinnerte daran, dass gerade die variantenreiche vegetarische Kost die ursprünglich ländliche fränkische Kost gewesen sei. Zur Bewerbung des Angebotes wurden die Gastronome ermuntert, koordinierte Werbestrategien in der Region sowie Internet-Portale zu nutzen. Koordination und Kooperation waren auch das Stichwort bei der Bitte an Kommunen. Sie sollten zum einen für eine bessere Ausschilderung von Gastronomie-Betrieben sorgen. Zum anderen sollten sie Vereinsheime eher dort fördern, wo keine Gastronomie mehr vorhanden sei, und ansonsten Vereine und Gastronomien so koordinieren, dass sie ihre ursprünglichen Aufgaben erfüllten. Mit Blick auf die EU wurde zum einen festgehalten, dass die Teilnahme bei EU-Förderprogramme von Kleinbetrieben oft einen sehr hohen Aufwand erforderte. Zum anderen sollten Vorschriften so sein, dass sie weder Großbetriebe noch Vereinsheime bevorzügen. Diese beiden Punkte will EHP-Leiter Grzega an die EU-Abgeordnete Westphal weitergeben. Sie hatte sich gleich bei der notgedrungenen Absage bereiterklärt, in etwa vier Wochen nach Pappenheim zu kommen.
 
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