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Der Skribent - Aktuelles aus Pappenheim

Donnerstag
27.Jul 2017
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Günter Gloser sprach über Europa-Erfahrungen PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von EHP-Team   
Freitag, 26. Juli 2013

ImageEr war protokollarisch der bislang ranghöchste Gastredner einer Abendveranstaltung beim Europäischen Haus Pappenheim (EHP); der ehemalige deutsche Staatsminister für Europa Günter Gloser. Anhand von Bildern und Zeitungsausschnitten berichtete er über die Anfänge seiner bald 20 Jahre langen bundesparlamentarischen Arbeit.
Zunächst konnte er wegen Quotenregelungen gar nicht in den Arbeitskreis kommen, für den er sich eigentlich kompetent fühlte. Dies gab ihm jedoch die Gelegenheit, sich in das für ihn neue Gebiet der internationalen Politik zu vertiefen. Sein politischer Höhepunkt war die Ernennung zum Staatsminister für Europa im Bundesaußenministerium. In diese Zeit fiel auch Deutschlands EU-Ratspräsidentschaft, und Gloser durfte hier die Kanzlerin mehrfach vertreten.

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Der ehemalige Staatsminister und jetzige Bundestagsabgeordnete Günter Gloser erzählte von seinen Europa-Erlebnissen und lobte die Arbeit des EHP. Foto: EHP

Lange Jahre wenig beachtet blieben nach Glosers Aussagen seine Erfahrungen mit Nordafrika und dem Nahen Osten, die erst mit dem arabischen Frühling plötzlich gefragt waren. Dabei lobte er Jordaniens Vorbildstellung bei der erfolgreichen Aufnahme von Flüchtlingen. Gemessen an der Gesamtbevölkerung hätte Deutschland 8 Millionen Flüchtlinge aufnehmen müssen, um die gleiche Leistung zu erbringen. Deutschland und Europa könnten hier noch lernen. Danach ging Gloser auf seine prägenden Begegnungen mit Franzosen ein. Von Frankreich wurde er 2009 auch zum Offizier der Ehrenlegion ernannt.
Sehr deutlich wurde auch Glosers Bestreben, Wissen und Informationen an die junge Generation weiterzugeben. Zunächst begann er dies 2003 mit einem Europa-Newsletter für Schulen, seit 2006 organisierte er dann gänzlich mit eigenen Mitteln seine Sommerakademie “Europa macht Schule!”
Gloser erzählte, dass viele Gerüchte über angebliche, unsinnige Pläne in der EU-Bürokratie sich letztlich als unwahr erwiesen. Er machte deutlich, dass die EU-Verwaltung und das EU-Parlament ganz allgemein zu Unrecht kritisiert würden. Letztlich seien es ja meist die Staatsoberhäupter und die nationalen Minister, die die EU-Politik bestimmten. Er selbst habe dies im Bereich der Außenpolitik regelmäßig erlebt. Außerdem beobachte er, dass europäische Offenheit umso schwieriger und seltener sei, je höher man die EU-Hierarchie emporgehe. Für die nahe Zukunft wünscht sich Gloser daher mehr gesamteuropäisch denkende Politiker wie die beiden Luxemburger Jean-Claude Juncker und Jean Asselborn. Sie hätten es verstanden, das kleine Luxemburg zwischen den großen Ländern in Balance zu halten und gesamteuropäische Visionen zu entwickeln.
ImageDas Publikum zeigte sich höchstinteressiert, und Gloser stand den Zuschauern sogar länger als geplant für Fragen zur Verfügung. Zum Abschluss machte Günter Gloser deutlich, dass er das Europäische Haus Pappenheim für eine einzigartige und wichtige Einrichtung halte. Er beglückwünschte Pappenheim zu dieser Idee, sprach EHP-Leiter Prof. Dr. Joachim Grzega ein Lob für das bisher erarbeitete Programm aus, wünschte dem Haus ein langes Leben und sagte, dass er nach seiner bald zu Ende gehenden Zeit als Bundestagsabgeordneter mit dem EHP in Verbindung bleiben wolle.

 
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