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Der Skribent - Aktuelles aus Pappenheim

Freitag
26.Mai 2017
Vertriebenenpolitik und Europa PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Pappenheimer Skribent   
Mittwoch, 17. Juli 2013

ImageAm vergangenen Montag sprach die bayerische Landtagsabgeordnete Christa Naaß im Europäischen Haus Pappenheim (EHP) zum Thema Heimatvertriebene – einem Thema, mit dem sie bislang nicht allgemein verbunden war. EHP-Leiter Prof. Dr. Joachim Grzega wollte eine überraschende Verbindung aus Thema und Redner herstellen, um Neugierde zu wecken.
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Und er wollte bewusst ein Thema wählen, das auf den ersten Blick nicht unbedingt etwas mit Europa zu tun hat. So ermunterte er in seiner Einführung die Zuschauer auch, bei den Ausführungen von Naaß stets aktuelle Europa-Fragen im Hinterkopf mitzubehalten und in Vergleichen zu denken.
Christa Naaß, selbst Kind sudetendeutscher Heimatvertriebener, Mitglied in mehreren Vertriebenenorganisationen und Vertriebenenpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, beschrieb Geschichte an Hand von Geschichten und Zitaten. Dabei knüpfte sie auch an die europäische Idee und europäische Themen der Gegenwart an. Sie wies auf das vielfältige Engagement der Sozialdemokraten in der Aussöhnung zwischen Deutschland und dem Osten hin. Insbesondere erinnerte sie an die auf die Westintegration Adenauers folgende Ostpolitik von Bundeskanzler und Friedensnobelpreisträger Willy Brandt. Sie ermahnte dabei zum “Entlügen” der Geschichte auf beiden Seiten und ermunterte dazu, mehr Geschichtsbewusstsein in der jungen Generation entstehen zu lassen. Sie beschrieb zahlreiche modellhafte Beispiele, in denen Schüler in Polen und Tschechien deutsche Geschichte erforschten. Dabei stelle sich allerdings nicht selten heraus, dass kulturelle deutsche Zeugnisse wie etwa Friedhöfe komplett zerstört wurden. Schließlich machte Naaß noch darauf aufmerksam, dass zum ersten Mal in einem ImageSPD-Wahlprogramm für den bayerischen Landtag die Vertriebenenpolitik mitaufgenommen worden sei, damit auch ihre Nachfolger sich der Thematik bewusst blieben. Christa Naaß wird im Herbst nämlich nicht mehr für den Landtag kandidieren. Sie möchte ihre Arbeit noch mehr der Region widmen und kandidiert daher diesmal für den Bezirkstag.
Im Anschluss an den Vortrag erzählten Besucher von eigenen Erlebnissen und Aktivitäten zur Aussöhnung zwischen Deutschen, Polen und Tschechen. Einen neutralen Blick auf Geschichte, so schien man übereinzustimmen, werde es wohl nie geben. Jeder wird darauf durch seine eigene Brille blicken, aber man könnte zumindest seine Brille einmal abnehmen und versuchen jene des anderen aufzusetzen. Darüber hinaus wurden mögliche Lehren zum Umgang unter den Nationen in der aktuellen Europa-Krise angesprochen: Ist diese Krise nicht schon eine Art Wirtschaftskrieg, bei dem der Erhalt der kulturellen Vielfalt in Gefahr ist und Leute gezwungen, ihr Überleben fern der Heimatregion zu suchen?
Grzega dankte Naaß für die Verbindung aus geschichtenreicher Geschichtsstunde und zahlreichen Anknüpfungen an Europa-Themen. Das EHP-Publikum verabschiedete sich auch nach dieser Veranstaltung mit Applaus und positiven Rückmeldungen.
 
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