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Der Skribent - Aktuelles aus Pappenheim

Freitag
26.Mai 2017
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Großbrand verhindert PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Pappenheimer Skribent   
Sonntag, 18. Oktober 2009

ImageZu einem höchst komplizierten Brandeinsatz, der den eingesetzten Feuerwehrkräften viel Kraft und einsatztaktisches Geschick abverlangte, kam es in der Nacht zum Freitag auf dem Pappenheimer Schlossberg.
ImageEntdeckt wurde der Brand des derzeit leerestehenden Wohnhauses am Schlossberg, gleich unterhalb des Affensteins, von jungen Feuerwehrkräften die im Pappenheimer Feuerwehrhaus einen Ausbildungsabend für die Truppmannausbildung absolviert hatten. Nach dem Ende des Lehrgang entdeckten sie von der Graf-Carlstraße die Flammen in der 1. Etage des Hauses.

Wegen der beengten und steilen Zufahrt und der beengten Platzverhältnisse am Brandplatz konnten Feuerwehrfahrzeuge die Gerätschaften und Schläuche zur Brandbekämpfung und Wasserförderung nicht an den Einsatzort bringen. Beleuchtungskörper, Atemschutzgeräte, Äxte, Motorsägen, Einrisshaken  und anderes Gerät mussten von den Feuerwehrkräften vom Marktplatz und vom Fuchsberg aus über den Schlossbergweg zum Brandobjekt gebracht werden.

ImageBei dem ersten Löschangriff drangen die Atemschutzträger der Freiwilligen Feuerwehr Pappenheim durch das Aufbrechen der Haustüre in das Gebäude ein. und konnten über die Treppe zum Brandherd im ersten Stock vordringen, wo es ihnen gelang die Flammen abzulöschen. Wegen der großen Hitzeentwicklung sind bei den Einsatzkräften teilweise die Helmvisiere geschmolzen.
Von der Stöbergasse aus organisierte Einsatzleiter Otto Schober die zweite Angriffswelle auf den Brandherd. Vor der ehemaligen Metzgerei Hübner wurde die Drehleiter der Feuerwehr Treuchtlingen postiert und auf die Gesamthöhe von 30 Metern ausgefahren. Vom Einsatzkorb der Drehleiter aus konnten die außen brennenden Fensterstöcke des Brandobjektes abgelöscht und so für den dritten Teil des Brandangriffs vorbereitet werden. Außerdem wurde mit Scheinwerfern  an der Drehleiter die Brandstelle ausgeleuchtet. 

Beim dritten Löschangriff stiegen Atemschutzträger der Feuerwehren Bieswang und Pappenheim über Steckleitern von außen zu den Fenstern im 1. Stock vor um das Ablöschen der Glutnester in den Fehlböden zu erreichen. Das gestaltete sich aber höchst schwierig, weil diese wegen der starken Rauches und Dampfes und auch weil sie in den Zwischenböden versteckt waren nur schwer lokalisiert werden konnten. Aus diesem Grund wurde auch die Feuerwehr Pleinfeld mit der Wärmebildkamera zum Brandort gerufen. Mit diesem Gerät konnten die Glutnester letztlich konkret ausgemacht werden.

Nachdem sich die Flammen auch schon am Dachgebälk zu Schaffen gemach hatten, öffneten die Einsatzkräfte an zwei Stellen die Dachfläche um die weitere Brandausbreitung unter Kotrolle halten zu können. Da die einzelnen Glutnester in den Fehlböden nicht eindeutig lokalisiert und in ihrer Ausdehnung eingeschätzt werden konnte, war ein Löschangriff im Inneren des Gebäudes nun nicht mehr möglich, weil die Gefahr des Deckenabsturzes bestand.

Von der Alarmierung bis in die Mittagszeit des Freitags waren sieben Pappenheimer Feuerwehrkräfte bei dem komplizierten und gefährlichen Einsatz und hatten bis zum Eintreffen der Kriminalpolizei Brandwache zu halten.
ImageAm Einsatzgeschehen war auch die BRK-Bereitschaft Pappenheim. Glücklicherweise wurde bei dem Brandeinsatz niemand verletzt und so übernahmen die Kräfte der Pappenheimer BRK-Bereitschaft die Versorgung der Feuerwehrkräfte mit Tee und Kartoffelsuppe.
Am Einsatzort waren neben den Feuerwehren aus Pappenheim Treuchtlingen und Pleinfeld auch die Wehren aus Bieswang Übermatzhofen und Zimmern.

Der schnellen Brandentdeckung und dem schnellen Erstangriff durch die Pappenheimer Feuerwehr ist es wohl zu verdanken, dass größerer Schaden verhindert worden ist. Es hätte nur noch wenige Minuten gedauert, bis die Flammen in den Dachraum vorgedrungen wären. Dann hätte es keine Rettung mehr gegeben für das historische Wohnhaus am Schlossberg und auch der Affenstein, der Turm „auf dem Stein“ der Familie Hofmann wäre in höchster Gefahr gewesen.

Wer kann Hinweise geben?
Immer wieder wurde in Pappenheim davon gesprochen, dass dieses unbewohnte Haus nächtens ein Schlafplatz für Obdachlose sein soll. Immer wieder soll nachts Lichtschein in den Fenstern des leerstehendes Hauses gesehen worden sein.
ImageObwohl es derzeit noch keine konkreten Hinweise auf eine Brandstiftung gibt, beschäftigen  sich die Brandfahnder der Kriminalpolizeiinspektion Ansbach mit der Feststellung der Brandursache. Die Ergebnisse ihrer Ermittlungen sind derzeit noch nicht bekannt. Festgestellt wurde bei dem Brandeinsatz, so versichert Einsatzleiter Otto Schober, dass sowohl die Haustüre als auch die Türe des Hintereingangs verschlossen waren. Allerdings war die Glasfüllung des hinteren Eingangstüre durch eine Plastikfolie ersetzt. Hinweise, die im Zusammenhang mit der Brandenstehung gegeben werden können, nimmt der KDD Nürnberg Tel: 0911 / 2112-3333 rund um die Uhr entgegen. Natürlich können sie Ihre Feststellungen auch bei jeder anderen Polzeidienstatelle mitteilen.

Verpennt
Geneigte Leser, es wird der Brandeinsatz des Jahres gewesen sein, den der Pappenheimer Skribent im wahrsten Sinne des Wortes verschlafen hat. Dass dieser Artikel entstehen konnte ist den Informationen von Kommandant Otto Schober und den Bildern von Tim Schober zu verdanken.

 
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